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Das Beste herausholen

Hans Zaremba über Sabine Pfeffer

Selbstbewusst präsentierte sich Sabine Pfeffer beim Politischen Aschermittwoch der örtlichen SPD mit ihren Vorhaben als mögliche Bürgermeisterin der Stadt Lippstadt. Die im November als Kandidatin für den Vorsitz im Rat und den Chefsessel im Stadthaus nominierte Sozialdemokratin warb beim traditionellen Treffen ihrer Partei zum „Fisch nach Karneval“ mit ihren vielfältigen Erfahrungen aus ihrem über 20-jährigen Engagement im Stadtrat und der von ihr seit 2004 ausgeübten Funktion als stellvertretende Bürgermeisterin.

Sie will das Beste aus Lippstadt herausholen: Sabine Pfeffer (Mitte) im Gespräch mit Christine Goussis (links) und Marianne Schobert.
Foto: Karl-Heinz Tiemann

Ticket für 365 Euro

„Ich kenne die handelnden Personen in Politik und Verwaltung, auch im öffentlichen Leben, Vereinen und Institutionen“, antwortete Sabine Pfeffer auf die Frage, warum sie es sich zutraue, „das Beste aus Lippstadt herauszuholen“. Die beruflich als Exportmanagerin bei einem heimischen Unternehmen tätige ehrenamtliche Kommunalpolitikerin bezeichnete es als zwingend erforderlich, „mit unseren Ressourcen nachhaltiger umzugehen, wenn unsere Enkel die Zukunft in Lippstadt und generell auf der Erde noch genießen sollen“. Als Stichpunkte nannte sie: Weniger Autos, mehr Fahrräder und den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs. Sie griff auch den Vorschlag auf, ein 365 Euro Ticket einzuführen, eine Jahreskarte, die zum uneingeschränkten Fahren im Stadtgebiet berechtige. Ebenso zähle dazu die erneuerbare Energie. Überdies forderte sie, die städtischen Gebäude klimaneutral zu gestalten, auch wenn das teurer werde. „Nachhaltig handeln heißt auch, dass die Entscheidungen von heute noch morgen Bestand haben müssen“, unterstrich die alleinerziehende Mutter von zwei inzwischen erwachsenen Kindern.

 

Wohnen in Lippstadt

Zum Thema Wohnen sprach sich Sabine Pfeffer in dem von den Vorstandsfrauen der Lippstädter SPD, Christine Goussis und Marianne Schobert, geführten Interview für ein flächenschonendes und energiearmes Bauen sowie neue Formen der Reihen- und Blockhausbebauung aus. „Wir sollten als Stadt mehr Baugrundstücke in eigener Hand halten, also mehr kaufen oder in Erbpacht lassen“. Damit habe die Kommune den Zugriff und nicht die Investoren. Und die Vizebürgermeisterin betonte: „Wohnen ist ein Menschenrecht und Daseinsfürsorge, was erfordert, stärker als bisher in den sozialen Wohnungsbau zu investieren.“ Jeder Bürger habe ein Anrecht auf eine bezahlbare und angemessene Wohnung.

 

Autoarme Innenstadt

Dass der Einzelhandel die Innenstadt nicht mehr allein beleben werde, stehe für sie außer Frage. Um die Menschen aber in die City zu holen, müsse mehr getan werden: „Ich plädiere für eine autoarme Innenstadt, um zu zeigen, das dies kein Hexenwerk ist und uns allen vielleicht sogar gut tut.“ Einige Querungen könnten wegfallen, wenn der Verkehrsfluss durch die Stadt trotzdem vernünftigt geregelt werde. Die Innenstadt habe attraktiv zu sein, mit mehr Grün, mehr Blumen, mehr Kunst und Kultur. „Das Museum muss aufgepeppt werden, wir brauchen mehr Veranstaltungen auch an neuen Orten.“ Die Aufenthaltsqualität sei zu steigern, unter „Licht-Wasser-Leben“ verstehe sie auch mehr Zugang zum Wasser und Sportmöglichkeiten auch im Grünen Winkel. Die Digitalisierung werde fortwährend an Bedeutung zunehmen. Das neue Stadthaus müsse, bemerkte die SPD-Politikerin, ein effizienteres Arbeiten bewirken. Der Bürger müsse so viele Anliegen wie möglich online erledigen können. Auch das Stadtmarketing sollte mehr digital und virtuell erfolgen.

 

Potentiale ausschöpfen

Dass die Kultur in Lippstadt inzwischen eine Lobby habe, führte die gegenwärtige Vorsitzende des städtischen Schul- und Kulturausschusses auf den beharrlichen Einsatz ihrer Partei zurück, aus dem unter anderem ein kulturpolitisches Leitbild für Lippstadt entwickelt worden sei. Der von der SPD eingeforderte und durchgesetzte Kulturmanager müsse künftig alle Fäden für eine Vernetzung, Vermarktung und Synergie bei den kulturellen Angeboten in der Hand haben. Zudem könnte er auch inhaltlich und konzeptionell arbeiten, was die KWL nicht gemacht habe. „Das muss sich ändern, um hier die Potenziale richtig auszuschöpfen und auch zukunftsfit zu machen.“ Das reiche von den Angeboten für die Jugend über eine neue Kreativschule für Kinder bis zu veränderten Nutzungen der Bücherei oder Volkshochschule. Nach den Worten der SPD-Bürgermeisterkandidatin benötige Lippstadt neue Energie und frischen Wind. Sie wolle als erste Repräsentantin Lippstadts „Seismograph der Bevölkerung sein, die Stimmung aufnehmen und den Menschen ein liebens- und lebenswertes Lippstadt bieten“. Mehr über den Politischen Aschermittwoch des Lipptsädter SPD-Ortsvereins folgt mit dem Beitrag „Das Potential optimal nutzen“ und den Überlegungen von Christian Klespe als Anwärter der SPD auf das Landtratsamt im Kreis Soest.

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