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Wer folgt auf Andrea Nahles?

Hans Zaremba über die Auswahl für den SPD-Vorsitz

Was im Juli schleppend begann, hat bis Ende August deutlich an Fahrt aufgenommen. Gemeint ist die Suche nach einer neuen Parteispitze der Sozialdemokraten im Bund. Waren es anfänglich noch Parteimitglieder aus der zweiten und dritten Reihe, die ihre Kandidatur erklärten, meldeten sich zum Schluss des Auswahlverfahrens verstärkt prominente SPD-Mitglieder.

Lippstadt am Dienstag, 12. Mörz 2019: Norbert Walter-Borjans (zweiter von rechts) stellt in Lippstadt sein Buch ‚Steuern – der große Bluff‘ vor. Mit dabei von links SPD-Ortsvereinsvorsitzender Hans Zaremba, Landtagsabgeordnete Marlies Stotz und SPD-Unterbezirkssekretär Karsten Gerlach.

In Lippstadt bekannte Bewerber

Es haben sich inzwischen sieben Paare erklärt. Unter ihnen auch Personen, die in der heimischen Region durch ihre Lippstadt-Besuche bekannt sind. Dazu gehört auch Hilde Mattheis, Bundestagsmitglied und Vorsitzende des Forums demokratische Linke in der SPD, die mit Dierk Hirschel (Verdi-Gewerkschaftssekretär) antritt und 2007 zum Pflege-Dialog des SPD-Ortsvereins Lippstadt im Erich-Wandel-Zentrum erschienen war. Ebenso Christina Kampmann, Ex-Landesministerin in Nordrhein-Westfalen, die mit dem Europa-Staatsminister Michael Roth (Nord-Hessen) ein Bewerberpaar bildet. Sie war 2014 im Rathaus die Laudatorin bei der Jubilarehrung des Lippstädter SPD-Ortsvereins. Und zuletzt hat sich noch Norbert Walter-Borjans, einst Finanzminister in Nordrhein-Westfalen, gemeldet. Er weilte im März 2019 bei einer Autorenlesung zu seinem Buch „Steuern – der große Bluff“ in der Lippstädter Tivoli Lounge und möchte mit der Bundestagsabgeordneten Saskia Esken aus Baden-Württemberg den SPD-Vorsitz übernehmen.

Lippstadt am Samstag, 19. März 2016: Bei der Jubilarehrung des Lippstädter SPD-Ortsvereins im Rathaus betrachtete Christina Kampmann in ihrer Rede auch den Aspekt der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Archiv-Fotos (2): Karl-Heinz Tiemann

Treffen in Kamen

Alle Bewerberinnen und Bewerber, die zuvor die Zulassungskriterien (Unterstützung von entweder fünf Unterbezirken, einem Bezirk oder Landesverband der SPD) erfüllen mussten, stellen sich im September und Oktober auf insgesamt 23 Regionalkonferenzen vor. Bei den SPD-Anhängern kommt die langwierige Suche nach einer neuen Führung überwiegend gut an, was am vergangenen Wochenende eine vom Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in Auftrag gegebene Umfrage ergeben hat. Bislang konnten sich die SPD-Organisatoren der Castingshows für den Parteivorsitz über mangelnden Zulauf nicht beklagen. Die ersten vier der insgesamt 23 Regionalkonferenzen waren gut besucht: In Saarbrücken wurden zum Auftakt 700 Genossen gezählt, in Hannover 850, nach Bernburg (Saale) kamen weit mehr Interessierte, als Stühle vorhanden waren – im Bürgerzentrum Neue Vahr in Bremen am Sonntag war es ebenfalls richtig voll. Das Treffen für die heimische Region findet am kommenden Samstag, 28. September, 10.30 Uhr, in der Stadthalle von Kamen statt. Der SPD-Unterbezirk Soest hat dazu auch einen Bus gechartert, der Genossinnen und Genossen aus dem Kreisgebiet ins Ruhrgebiet bringen soll. Ebenso wollen etliche SPD-Mitglieder mit der Bahn und eigenen Personenkraftwagen die Fahrt antreten.

Lippstadt am Dienstag, 28. August 2007: Informationen aus dem eigenen Erleben vor Ort verschaffte sich die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis bei ihrem Besuch im Evangelischen Seniorenzentrum von Boldelschwingh im Kreis der dortigen Bewohnerinnen in der dortigen Einrichtung. Archiv-Foto: Hans Zaremba

Entscheidung in Berlin

Zwischen dem 14. und 25. Oktober können die rund 420.000 SPD-Mitglieder (somit auch die Genossinnen und Genossen aus dem Lippstädter SPD-Ortsverein) für das von ihnen bevorzugte Kandidaten-Duo oder einen Einzelbewerber stimmen. Per Brief oder über den elektronischen Weg. Das Ergebnis wird am Samstag, 26. Oktober veröffentlicht. Wenn ein Kandidat oder ein Team über 50 Prozent der Stimmen erhalten hat, ist die Wahl vorbei. Ist das nicht der Fall, folgt eine Stichwahl zwischen den beiden Erstplatzierten. Das letzte und rechtlich verbindliche Votum trifft der SPD-Bundesparteitag, der vom 6. bis 8. Dezember in Berlin stattfindet. Die Delegierten, etwa 600 Frauen und Männer, werden sich – das wird erwartet – am Mitgliederentscheid orientieren.

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