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Berni Alff verstorben

Kämpferin für Soziales, Kultur und Frauen

Schlagzeilen waren mit ihr schon sehr früh verbunden. In den 1950 und 1951 waren es Überschriften zu ihren Erfolgen als zweimalige deutsche Jugendmeisterin im Einerkajak, ein Jahrzehnt rückte ihr Name verstärkt mit dem politischen Geschehen in ihrer Heimatstadt ins Blickfeld. Jetzt ist die ehemalige Ratsfrau Berni Alff im Alter von 83 Jahren verstorben.

Bild aus glücklicheren Tagen: Berni Alff (vorne in der Bildmitte) mit ihren sozialdemokratischen Gratulanten anlässlich der Vollendung des 80. Lebesnjahres in der hinteren Reihe von links nach rechts Hans-Joachim Kühler, Seniorenbeauftragter des SPD-Ortsvereins Lippstadt, Heinfried Heitmann, ehemaliger Kollege in der SPD-Ratsfraktion, Hans-Joachim Kayser, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, Karl-Heinz Brülle, der in den 1970er Jahre mit Berni Alff den Lippstädter SPD-Ortsverein repräsentierte, und in der vorderen Reihe Marlies Stotz, Landtagsabgeordnete, und Hans Zaremba, SPD-Ortsvereinsvorsitzender.

Soziale Belange

Es war der legendäre Bürgermeister Jakob Koenen, der die am 21. Oktober 1933 mit ihrem Mädchennamen Berni Dickhut geborene junge Sportlerin für die Kommunalpolitik gewann. Ein Vierteljahrhundert gehörte die Sozialdemokratin dem Rat der Stadt Lippstadt an. Als Mitglied jener Fraktionsgemeinschaft der SPD, die durch die große Popularität von Jakob Koenen im Rathaus von 1964 bis 1969 über die absolute Mehrheit verfügte, zog Berni Alff als direkt gewähltes Ratsmitglied zum ersten Mal in die Lippstädter Stadtvertretung ein. Zu jener Zeit war auch noch ihr Vater Heinrich Dickhut als Angehöriger der SPD-Fraktion mit einem Direktmandat in der Ratsversammlung. Eine bislang einmalige Begebenheit in der Geschichte der Lippstädter Sozialdemokratie. Als Kommunalpolitikerin fühlte sich bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Stadtrat im Jahr 1989 vornehmlich den Anliegen der Menschen im Lippstädter Südwesten verbunden, wo sie über viele Jahre gelebt hat. Durch ihre berufliche Tätigkeit bei der damaligen Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV), unterdessen in Ver.di aufgegangen, waren es hauptsächlich die sozialen Belange, denen sie sich während ihrer Tätigkeit im Stadtparlament verpflichtet sah.

Willy-Brandt-Medaille für Verdienste um die Soziale Demokratie: Berni Alff, die über lange Jahre für ihre und in ihrer Partei mannigfache Funktionen ausübte, empfängt am Tag ihres 80. Geburtstages die hohe Auszeichnung der Sozialdemokraten durch den Ortsvereinsvorsitzenden Hans Zaremba. Fotos (2): Residenz Bad Waldliesborn.

Bleibende Verdienste

Über ihr Interesse für das Soziale hinaus lag ihr vor allem die städtische Kulturpolitik am Herzen und sich für die Entwicklung der kulturellen Angebote in der Stadt an der Lippe bleibende Verdienste erworben. Als Vorsitzende des zuständigen Fachausschusses war es ihr wichtig, dass Kulturpolitik in Lippstadt nicht nur für Bildungsbürger betrieben wurde. Es ist überhaupt die Kultur, die im Leben von Berni Alff eine große Bedeutung einnahm. Aus ihrer Verbundenheit zur Musik des Jazz entwickelte sich die Mitgliedschaft im Lippstädter Jazzclub, dessen Kassiererin sie fast zwei Jahrzehnte war. Auch die Malerei gehörte zu ihren Interessen, einige Bilder mit Lippstädter Motiven zählten zu ihrer persönlichen Sammlung. Darüber hinaus war sie auch stellvertretende Vorsitzende des städtischen Schulausschusses, der damals neben dem Kulturausschuss als eigenes Gremium bestand. Auch für die Sozialdemokratie hat sie viel bewirkt. Das besondere Anliegen von Berni Alff war der Aufbau der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) in Lippstadt, den sie massiv mit ihrer damaligen und 1983 verstorbenen Ratskollegin Elisabeth Langner vorangetrieben hatte. Zudem war sie viele Jahre Finanzchefin der SPD-Ratsfraktion und auch einige Jahre Mitglied im Vorstand des Lippstädter SPD-Ortsvereins, so Mitte der 1970er Jahre als dessen stellvertretende Vorsitzende.

Hans Zaremba

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