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Plädoyer für das Auenzentrum

Scharfe Kritik der SPD gegenüber den Grünen

„Mit einigem Erstaunen haben wir zur Kenntnis genommen, dass die Grünen in Lippstadt beim Auenzentrum offensichtlich restlos die Orientierung verloren haben“, bewertete SPD-Ratsherr Udo Strathaus die Abkehr der Grünen von dem seit über ein Jahrzehnt in Lippstadt diskutierten Vorhaben am Rande des Stadtwaldes. „Die über viele Jahre tonangebenden Befürworter des naturnahen Projekts bei den Grünen scheinen mittlerweile zu einer Minderheit in ihrer Partei geschrumpft zu sein.“

Seit Jahren ein vehementer Befürworter für ein Auenzentrum in Lippstadt:Der SPD-Ratsherr Udo Strathaus aus dem Lippstädter Norden. Archiv-Foto: SPD Lippstadt.

‚Ungereimte Gegenargumente‘

Die Abwendung von einem durch die Regionale ausgezeichneten Konzept erscheine schon deshalb so kurios, weil der aktuelle Standort westlich der Udener Straße bereits bei der geplanten Bewerbung für die Ausrichtung der Landesgartenschau von den Gutachtern favorisiert wurde, blickt der Sozialdemokrat auf die langjährige Debatte über das Auenzentrum zurück. „Damals gab es auch von Seiten der Grünen im Rat keinen Widerspruch.“ Die „ungereimten Gegenargumente“ des Ratsmitglieds der Grünen, Michael Rüpp, sind aus Sicht der SPD-Fraktionsvorsitzenden Hans-Joachim Kayser „lediglich vorgeschoben“, um bei einem Scheitern des aktuellen Konzepts die eigene Partei und nicht zuletzt den vom Bündnis 90/Die Grünen gestellten Umweltminister Johannes Remmel aus der Schusslinie zu bringen. So ist zum Beispiel der Hinweis, das Gebäude würde im Überschwemmungsgebiet der Lippe errichtet, schlichtweg falsch und zeugt von mangelndem Sachverstand oder Informationsdefiziten. Die Fakten pro Auenzentrum sprechen, so der SPD-Fraktionschef, eine völlig andere Sprache. Bestandteile des an der Römer-Lippe Route gelegenen Zentrums seien eine Ausstellung (Indoor und Outdoor) zum Thema Auenlandschaft, die Herstellung einer Flussschleife im Rahmen des Auenrenaturierungsprojekts an der Lippe („immerhin vom Land bezahlt“), ein Jugendgästehaus (von einem externen Investor betrieben) sowie eine Ausflugsgastronomie und touristische Informationsstelle.

‚Touristisches Leuchtturmprojekt‘

„Es erschließt sich dem Besucher nach einer erfolgten umfangreichen Renaturierung eine einzigartige Auenlandschaft entlang der Lippe mit mehr als 1.000 Hektar, ein Naturerlebnisraum für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten und damit ein ökologisches und touristisches Leuchtturmprojekt“, stellt Strathaus die Vorzüge des von ihm seit Jahren befürworteten Konzeptes heraus. „Als zusätzlicher Pluspunkt ist anzuführen, dass in unmittelbarer Nähe eine Vielzahl von Freizeiteinrichtungen auf zukünftige Besucher warten und nicht zuletzt unsere historische Altstadt, die ebenfalls fußläufig erreichbar ist. Darüber hinaus böte sich dem Fahrradtourismus entlang der Römer-Lippe-Route eine hochwertige Anlaufstelle mit Übernachtungsmöglichkeiten. Das Westfälische Auenzentrum solle sich jedoch nicht allein an Touristen oder Schulklassen richten. Fachleute aus dem In- und Ausland könnten sich hier über die Synergien von Naturschutz, Tourismus und Wasserwirtschaft austauschen. Diese Alleinstellungsmerkmale ohne Not in Frage zu stellen, bevor die endgültigen Finanzierungsfragen im Ministerium geklärt sind, bezeichnen Kayser und Strathaus als voreilig und politisch in höchstem Maße unklug. „Wir als SPD stehen zu der in unserem Wahlprogramm beschlossenen Aussage, das Projekt Auenzentrum auch weiterhin mit aller Kraft zu unterstützen und sind immer noch ganz zuversichtlich, dass das auch gelingen wird“, heben die beiden Sozialdemokraten in ihrer Presseverlautbarung hervor.

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