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Rote Lippe Rose intern 14/2013

Willy Brandt und Lippstadt

Eine Erinnerung von Hans Zaremba

Für viele der in den 1970er Jahren in die SPD eingetretenen Mitglieder war Willy Brandt die politische Identifikationsfigur schlechthin. Mit ihm, der am Mittwoch, 18. Dezember, 100 Jahre alt geworden wäre, verbanden die vor vier Jahrzehnten in die Sozialdemokratie kommenden jungen Frauen und Männer die Erwartung auf innenpolitische Reformen und eine Öffnung der deutschen Politik zum Osten. Daran und an den Besuch des damaligen Bundeskanzlers in der heimischen Region im Frühjahr 1970 und die Visite des langjährigen SPD-Parteivorsitzenden in Lippstadt im Sommer 1976 erinnert SPD-Ortsvereinsvorsitzender Hans Zaremba mit diesem Beitrag.

Bad Westernkotten im März 1970:Von links nach rechts Werner Figgen (Hamm), Willy Brandt und die Lippstädter Horst Marin, Engelbert Sander und Elisabeth Langner.

Rückblick in das Jahr 1970

Fünf Tage vor seinem historischen Treffen mit dem DDR-Ministerpräsidenten Willi Stoph in Erfurt am Donnerstag, 19. März 1970, war der im Oktober 1969 vom Bundestag ins Amt gewählte Kanzler Willy Brandt zum ersten Mal in den zu jener Zeit noch bestehenden Kreis Lippstadt gekommen. Als er mit dem Bundestagsabgeordneten Engelbert Sander (+ 2004), SPD-Kreisvorsitzenden Lothar Reiter (+ 1982) und SPD-Landtagskandidaten Horst Marin die von der heimischen SPD für den Auftritt ihres bedeutenden Gastes bestimmte Volkshalle in Bad Westernkotten betrat, waren in ihr alle Sitz- und Stehplätze restlos vergeben und viele Menschen hatten keinen Einlass mehr in das Gebäude gefunden. Offensichtlich waren durch die Ereignisse um den nahenden ersten Gipfel der Regierungschefs aus Ost und West der 1949 entstandenen beiden deutschen Teilstaaten etliche Bürgerinnen und Bürger zusätzlich angelockt worden. Der Polizei blieb nichts anderes übrig, die Versammlungsstätte wegen Überfüllung und aus Sicherheitsgründen zu sperren. In seiner Rede im Kurort hob der spätere Friedensnobelpreisträger (1971) mit Blick auf seine Begegnung mit dem DDR-Regenten hervor: „Ich fahre mit allem guten Willen, aber ohne jede Illusion nach Erfurt.“ Unterdessen haben sich vom Treffen in Thüringen das Bild des Sozialdemokraten am Fenster des Erfurter Hotels und seine zurückhaltende Gestik eingeprägt. Die in der heutigen thüringischen Landeshauptstadt geführten Gespräche waren der Beginn der notwenigen Schritte hin zum langsamen Ende der DDR in der friedlichen Revolution von 1989.

Parteigeschichte

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