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Die Unternehmer sind gefordert

Diskussion am „Roten Tag“ in Lippstadt

Nicht nur die gestiegenen Leistungsanforderungen hätten grundlegende Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt bewirkt, sondern auch der der demographische Wandel. Für den Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in der Lippstädter SPD, Edmund Goldstein, müssen sich die Unternehmen verstärkt darauf einstellen, dass die Arbeitnehmer immer mehr zu einem knappen Gut würden. Zwangsläufig sei es unumgänglich, dass die Betriebe etwas für die Gesundheit ihrer Beschäftigten tun.

‚Länger gesünder arbeiten‘ war ihr Thema:Die Podiumsteilnehmer der öffentlichen Veranstaltung zum Abschluss der „Roten Tages“ der SPD in Lippstadt von links nach rechts mit Bertram Schneider, Thorsten Kasubke, Michael Althoff, Thomas Cramer, Svenja Scholz, Edmund Goldstein und Wolfgang Hellmich.

Neues Denken notwendig

Aufgegriffen wurde dieses Thema von der AfA zum Abschluss ihres „Roten Tages“ mit der im „Alten Brauhaus“ ausgerichteten Diskussion „Länger gesünder arbeiten“. Dazu hatten die Organisatoren der SPD-Arbeitsgemeinschaft, Michael Althoff und Edmund Goldstein, mit Thomas Cramer, ein Verantwortlicher des Hella-Personalwesens, Wolfgang Hellmich, Mitglied des Bundestages, Thorsten Kasubke, Zweiter Bevollmächtigter der örtlichen Industriegewerkschaft Metall (IGM), sowie Bertram Schneider und Svenja Scholz vom Jobcenter der Arbeit Hellweg Aktiv (AHA) im Kreis Soest fünf fachkundige Referenten gewonnen. Für den AHA-Mitarbeiter Schneider ist es unerlässlich, dass die Firmen mit Blick auf die Demographie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter altersgerecht einsetzen. Es sei nicht nur die Betreuung der Kleinkinder, die ein neues Denken erfordere, auch die ansteigende Versorgung von alten pflegebedürftigen Eltern. Schneider prognostizierte, dass es bis zum Jahr 2025 deutschlandweit sechs Millionen weniger Erwerbstätige gebe und im Kreisgebiet würde die Bevölkerung bis 2030 um sechs Prozent schrumpfen. Dies alles werde auch seine Auswirkungen auf den Wohlstand haben. „Wir müssen den Knall hören“, forderte der AHA-Vertreter die Unternehmen auf, sich den neuen Realitäten zu stellen. Ebenso habe sich die gesamte Gesellschaft darauf einzurichten.

Ausbau des Arbeitsschutzes

Ob vor diesem Hintergrund und gleichzeitiger Verlängerung der Lebensarbeitszeit bis zum 67. Lebensjahr, die er ohnehin für falsch halte, noch auf Dauer ein Dreischichtensystem in seiner heutigen Struktur beibehalten werden könne, müsse zumindest hinterfragt werden, meinte der Gewerkschaftler Kasubke. Der größte Arbeitgeber vor Ort, die „Hella“, habe bereits vor längerer Zeit einige flankierende Maßnahmen für das ihm anvertraute Personal auf den Weg gebracht, unter anderem ihr Gesundheitssystem „Hella Emotion“ und die Sozialberatung bei familiären Problemen entwickelt, unterstrich ihr Repräsentant Cramer. Zudem hob er hervor, dass die „Hella“ mit dem ganztägig geöffneten Kinderhaus in der Steinstraße schon vor einigen Jahren ein eigenes Angebot für die Kinderbetreuung geschaffen habe. Unterdessen habe man einen Verein gegründet, um dieses Engagement auszuweiten. Für das Nordwerk sei eine zweite Einrichtung geplant, wo weitere 50 bis 60 Kinder einen Platz finden könnten. Der Bundestagabgeordnete Hellmich trat für einen Ausbau des Arbeitsschutzes ein, weil nicht ausschließlich Übergewicht oder mangelnde Bewegung bei den Beschäftigten gesundheitliche Probleme bewirkten, sondern verstärkt psychische Erkrankungen bei ihnen festgestellt würden. Die Ursachen sind für den SPD-Politiker die immer stärker werdende Arbeitsverdichtung in den Betrieben und Behörden sowie nicht zuletzt die unsicheren Arbeitsverhältnisse, hervorgerufen durch die zunehmende Zahl von Zeitverträgen, sowohl in der Privatwirtschaft als auch im öffentlichen Dienst.

Hans Zaremba

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