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Klaus-Theo Rohe vor Annemarie Renger

Eine denkwürdige Delegiertenkonferenz vor 25 Jahren in Wickede

Es war gerade Herbstwoche, als Engelbert Sander im Oktober 1985 seinen politischen Freunden Annemarie Renger als künftige Wahlkreisabgeordnete empfahl. Zuvor hatte der ursprünglich von den Lippstädter Sozialdemokraten als Nachfolger von Engelbert Sander vorgeschlagene Eike Hovermann mitgeteilt, bei der Bundestagswahl im Januar 1987 nicht antreten zu wollen. Andere Ortsvereine favorisierten den damaligen Vorsitzenden des Unterbezirks der SPD und seinerzeitigen Bürgermeister von Welver, Klaus Theo Rohe, als ihren Repräsentanten in Bonn. Mit dem vom Parlamentarier Engelbert Sander eingefädelten Coup war plötzlich eine völlig neue Lage entstanden.

Vom Rhein an die Lippe.Engelbert Sander (rechts) fädelte den Coup mit Annemarie Renger ein.

Großer Auflauf von Journalisten

Für Annemarie Renger und Klaus-Theo Rohe begann ein kreisweiter und spannender parteiinterner Wahlkampf. Auf der denkwürdigen SPD-Konferenz in Wickede am Freitag, 31. Januar 1986, siegte der Welveraner vor der Bundestagsvizepräsidentin mit Wohnsitz am Rhein. Der Dritte im Bunde, der von den Lippetalern aufgebotene Josef Neumann, hatte keine Chance, ihm blieb nur ein Achtungserfolg. Weder vor noch nach Wickede hat es je einen so großen Auflauf von Journalisten bei einem kreisweiten Treffen der SPD gegeben. Die Schar der Medienleute reichte im Wickeder Bürgerhaus vom Korrespondenten des Westdeutschen Rundfunks über dem Parlamentsredakteur des Bonner Generalanzeigers bis zum Leiter des Bonner Büros der Süddeutschen Zeitung.

Bundestag blieb dem Welveraner versagt

Während Annemarie Renger im Sommer 1986 auf der SPD-Landeskonferenz in Paderborn mit dem guten dritten Platz auf der Reserveliste ausgestattet wurde und im Frühjahr 1987 ihre letzte Legislaturperiode im Deutschen Bundestag antreten konnte, hat Klaus Theo Rohe die Wickeder Nominierung nicht zu einem Bundestagssitz verholfen. Beim Wahlgang von 1987 mit Johannes Rau als Kanzlerkandidaten der SPD reichte sein Listenplatz nicht aus, um ins Parlament zu gelangen. Auch im Jahr 1990, wo der Mann aus Welver noch einmal als SPD-Wahlkreisbewerber antrat, blieb ihm ein Abgeordnetenmandat versagt.

Hans Zaremba

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