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Optimale Möglichkeiten

Hans Zaremba im Gespräch mit ‚Lippstadt am Sonntag‘ für sozialen Arbeitsmarkt

Mit ihrer Neuausrichtung der Arbeitsmarktpolitik wollen die Sozialdemokraten, wie ihr stellvertretender Landesgeschäftsführer Wolfgang Hellmich beim jüngsten Lippstädter SPD-Dialog betonte, auch die öffentlich geförderte Beschäftigung ausbauen. Seiner Partei schwebe vor, in den kommenden zwei Jahren zusätzlich 200.000 Beschäftigungsverhältnisse zu schaffen. Die Einrichtung derartiger Angebote soll nach den Vorschlägen des SPD-Präsidiums im Berliner Willy-Brandt-Haus aber jeweils nur mit der ausdrücklichen Zustimmung der Gewerkschaften und Kammern erfolgen.

Machen sich für einen sozialen Arbeitsmarkt stark.Von links nach rechts SPD-Ortsvereinsvorsitzender Hans Zaremba, IGM-Geschäftsführer Udo Oberdick und der stellvertretende SPD-Landesgeschäftsführer Wolfgang Hellmich.

Widerspruch aufgreifen

Der Erste Bevollmächtigte der Industriegewerkschaft Metall in Hamm, Udo Oberdick, bezeichnete diese Garantie bei der Veranstaltung des Lippstädter SPD-Ortsvereins als eine unerlässliche Maßnahme, „um keine regulären Arbeitsplätze zu vernichten und ebenso wenig in den fairen Wettbewerb von Unternehmen um kommunale Aufträge einzugreifen“. Zudem müsse die Lohnhöhe sozialversicherungspflichtig und die Annahme derartiger Beschäftigungsangebote freiwillig sein. Zugleich begrüßte der Metaller die Ankündigung der Bundes-SPD, über die Ausgestaltung eines solchen Ansatzes mit den Gewerkschaften, Unternehmerverbänden, Trägern der Wohlfahrtspflege und kommunalen Spitzenverbänden eine gründliche Debatte zu führen. Für den SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Hans Zaremba, so im Gespräch mit ‚lippstadt am Sonntag‘, greift die Idee des „sozialen Arbeitsmarktes“ auch den schreienden Widerspruch auf, dass zum Teil Millionen und selbst qualifizierte Menschen arbeitslos sind, gleichzeitig aber wichtige gesellschaftliche Bedürfnisse nicht erfüllt werden können. Wichtig wäre es nach Auffassung des Kommunalpolitikers, der auch sozialpolitischer Sprecher der SPD im Stadtrat ist, gemeinwohlorientierte Unternehmen in einen „sozialen Arbeitsmarkt“ mit einzubeziehen, die sich bereits in der Integrationsarbeit engagierten.

Chance für die Region

„Dafür bestehen in Lippstadt mit der INI-Gruppe optimale Möglichkeiten“, sieht der Sozialdemokrat in dem im Wohnpark Süd beheimaten Firmen-Verbund eine denkbare Einrichtung, für diejenigen Beschäftigungen zu schaffen, die auf dem normalen Arbeitsmarkt kaum noch Anstellungen finden würden. „Immer wieder davon zu sprechen, dass durch solche Angebote keine regulären Arbeitsplätze entstehen können, ist falsch“, wehrte Hans Zaremba im Gespräch mit unserer Zeitung die ihm auch aus Lippstadt bekannten Einwände gegen öffentlich geförderte Beschäftigungsverhältnisse ab. „Schon heute gibt es auch in unserer Stadt Integrationsunternehmen, die ihr Augenmerk auf die Teilhabe von behinderten Menschen gelegt und deren Marktteilnahme keine negativen wirtschaftlichen Folgen nach sich gezogen haben.“ In ähnlicher Weise könnte man in der Region auch einen „sozialen Arbeitsmarkt“ aufbauen.

Dieser Beitrag ist in der Ausgabe von
‚Lippstadt am Sonntag‘
für Sonntag, 20. Juni 2010, veröffentlicht worden.

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