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Geeignete Plattform wird gesucht

Spaziergang der Kernstadt-SPD durch die Einkaufsmeile

Auf viele wirkt sie einfach zu kahl und einiges Grün – wie jetzt im Zuge des Wettbewerbes „Entente Florale“ aufgestellt – täte der Lippstädter Einkaufsmeile schon gut. Doch was bislang fehle, der Fußgängerzone eine umfassende Attraktivitätssteigerung zu vermitteln, sei eine geeignete Plattform. Dies wurde deutlich, als sich in dieser Woche die Kernstadt-Sozialdemokraten im Rahmen ihrer Sommertour 2006 auf Initiative des stellvertretenden Vorsitzenden des städtischen Bau- und Verkehrsausschusses, Karl-Heinz Brülle, zu einem öffentlichen Spaziergang am Bernhardbrunnen trafen.

Aufbruch zum Stadtspaziergang.Für eine Attraktivitätssteigerung in der Lange Straße wird eine geeignete Plattform gesucht. Beim Spaziergang der SPD waren waren unter anderem von links nach rechts Gerd Ziems (vierter), Karl-Heinz Brülle (fünfter), Barbara Thüer (sechste) und Hans Zaremba (achter) mit von der Partie.

Fehlende Aufenthaltsqualität

Mit zugegen waren auch der Vorsitzende der Lippstädter Werbegemeinschaft, Gerd Ziems, und die Geschäftsführerin des Stadtmarketing, Barbara Thüer, der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Hans Zaremba und die beiden Ratsmitglieder aus der Fraktion der SPD mitSitz im Planungs- und Umweltausschuss der Stadt Lippstadt, Manuel Rodriguez Cameselle und Udo Strathaus. Vom Initiator des Bummels durch die „gute Stube“ von Lippstadt, dem ehemaligen SPD-Fraktionschef Charly Brülle, wurde die fehlende Aufenthaltsqualität in der Lange Straße bemängelt. Es beginne mit den nicht vorhandenen Sitzmöglichkeiten für die ältere Generation und höre bei den nicht ausreichenden Spielgelegenheiten für die Kinder auf. „Dies alles gehört auf dem Prüfstand, genauso der Wunsch an den Einzelhandel, sich stärker für eine Aufwertung ihrer Geschäftsstraße einzubringen“.

Alles muss auf den Prüfstand.Karl-Heinz Brülle (Zweiter von rechts) bemängelt die Aufenthaltsqualität in der Lange Straße.

Zwanzig Minuten frei, wer ist noch dabei?

Hinterfragt werden müsse nach Ansicht von Brülle mit Blick auf die Gewerbetreibenden die Moral einzelner Geschäfte bei der Erstattung der Aufwendungen für das derzeit von der Stadt Lippstadt ermöglichte kostenlose Parken in den ersten zwanzig Minuten in der Innenstadt („Zwanzig Minuten frei, wer ist noch dabei?“). Zudem sei zu analysieren, mit welchem besonderem und einzigartigem Ereignis Lippstadt landes- und bundesweit überhaupt in Verbindung gebracht werde und über die regionalen Medien hinaus in Erscheinung trete? „Das jährlich wiederkehrende Spektakel der Herbstwoche reicht nicht aus“, wünschte sich der Sozialdemokrat neue und zusätzliche Impulse für eine Verbesserung der Anziehungskraft von Lippstadt. Als Beispiel für ein herausragendes Highlight berichtete der vormalige Landtagsabgeordnete über die sommerliche City-Offensive in der nordfriesischen Stadt Norden mit besonderen Wasserspielen in ihrer Einkaufszone.

Interessengruppen stärker zusammenführen.Gerd Ziems von der Werbegemeinschaft (zweiter von rechts) sieht auch die Eigentümer der Filialisten in der Verantwortung.

Interessengruppen zusammenführen

Gerd Ziems, beruflich eloquenter Chef eines Modehauses in der Innenstadt und im Ehrenamt rühriger Boss der Lippstädter Werbegemeinschaft, sprach dafür aus, „die Interessengruppen stärker zusammenzuführen“. Die von ihm repräsentiere Vereinigung der Geschäftsleute könne bei dieser Aufgabe durchaus mit von der Partie sein, aber sie nicht allein lösen, fügte der geschäftsführende Einzelhändler aus der City hinzu. Er teile auch die Kritik des Ratsherrn Brülle einer fehlenden Gediegenheit für ein längeres Verweilen in der Fußgängerzone. „Ohne Zweifel muss hier etwas geschehen“, unterstrich Ziems die Anstöße des Kommunalpolitikers.

Seitenstraßen mit aufnehmen.Barbara Thüer (dritte von links) sprach sich für ein Gesamtkonzept aus.

Vermieter in der Verantwortung

Barbara Thüer, Geschäftsführerin von Lippstadt Marketing, sprach sich für ein Gesamtkonzept für die Lange Straße aus. „Es hilft wenig, einzelne Aufwertungen isoliert vorzunehmen. Überdies muss klar sein, welche Zielrichtung für die attraktive Straße verfolgt werden soll. Anschließend sind entsprechende Maßnahmen gemeinsam von Handel, Stadt und den Interessengemeinschaften des Stadtmarketings umzusetzen. Zudem ist es der Werbegemeinschaft und Lippstadt Marketing wichtig, die Seitenstraßen mit in solches Gesamtkonzept aufzunehmen.“ Der Textilkaufmann Ziems sieht auch die Eigentümer der an die verschiedenen Filialisten vermieteten Immobilien in der Verantwortung. Wünschenswert wäre, so Brülle, wenn die Lange Straße so einheitlich geführt und vermarktet werden könnte wie das Centro in Oberhausen. „Doch da vermisse ich ein vergleichbares Verlangen bei den Filialisten in Lippstadt“. Eine Bühne, die notwendigen Maßnahmen voranzutreiben, könnte nach Auffassung von Ziems der Verkehrsverein sein, weil in ihm von seiner Struktur jeder Bürger Mitglied werden könne.

Ausschilderung überfällig.Udo Strathaus (Bildmitte) fordert mit Blick auf den Hansetag die sehenswürdigen und markanten Punkte in der Innenstadt besser zu kennzeichnen.

Freudloser Bahnhof

Scharf gerügt wurde aus der Mitte der Spaziergänger das fortwährende trostlose Erscheinungsbild des Lippstädter Bahnhofs. „Wer hier aussteigt, nimmt gleich den nächsten Zug, um möglichst schnell wieder weg zu kommen“, beanstandete eine Bürgerin den absolut freudlosen Endruck, der von dieser Stelle als Eingangstor in die Stadt vermittelt werde. Wenn dort nicht bald etwas Durchgreifendes und Nachhaltiges geschehe, brauche man für alle zusätzlichen Initiativen keine weiteren Gedanken verschwenden. „Als „längst überfällig“ bezeichnete der Stadtvertreter Udo Strathaus die fehlende Ausschilderung der durchaus sehenswürdigen und markanten Punkte in der City. „Dies hat nicht zuletzt im Frühjahr unsere innerstädtische Radwegeinspektion offenbart“, forderte Strathaus vor dem Hintergrund des im nächsten Jahr in Lippstadt stattfindenden Hansetages schnelle und überzeugende Regelungen.

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